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Freitag, den 14.01.2011:

Wir landen nach einem 10 Stunden Flug in Bangkok und hetzen zum Anschlussflieger. Auf den letzten Drücker erreichen wir ihn und von Müdigkeit ist jetzt nichts mehr zu spüren. Nach einem ca. 1 ständigen Flug landen wir gegen 9 Uhr in Saigon (Ho Chi Min Stadt). Es ist wunderbar warm, aber die Sonne zeigt sich nicht. Wir sind jetzt doch ziemlich übermüdet und fahren auf direktem Weg ins Hotel Rex. Unterwegs bekommen wir einen ersten Eindruck von dem enormen Verkehrsaufkommen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Mopeds und Roller auf einem Haufen gesehen. Kaum zu glauben, dass wir tatsächlich unfallfrei im Hotel Rex ankommen. Nachdem wir erst die Aussagen erhalten haben, dass unsere Zimmer erst nach 14 Uhr fertig wären (und das um 11:00 Uhr und totaler Müdigkeit), erfreuen wir uns 10 Minuten später an einem anderen Zimmer, dass wir sofort beziehen dürfen. Wir werfen alles von uns und uns in die Dusche. Danach schlafen wir ein und werden erst gegen 16:30 Uhr wieder wach. Nun hält uns nichts mehr. Wir ziehen uns an und gehen auf die Dachterrasse vom Rex. Mein Erdbeersaft ist köstlich und der Blick auf Saigon faszinierend.

Wir treffen uns mit unserer Gruppe um 18 Uhr im Foyer und fahren gemeinsam zum Anleger am Saigon River. Unser Abendessen nehmen wir auf einem wirklich schönen Schiff ein, dass uns über den Saigon River schippert. Unser örtlicher Reiseleiter heisst Tai Wan und er zeigt uns SBN = Saigon by Night ... Nach dem Abendessen mit Show und Musik legen wir gegen 21 Uhr wieder an und unser Bus bringt uns zurück zum Rex. Wir ziehen mit Mama und Papa noch eine kleine Runde um die Häuser und kaufen kleine Handtaschen im typischen vietnamesisch Stil ein. Gaby wird sich freuen, denn auf meine Tasche aus Vietnam ist sie seit 4 Jahren scharf und ich freu mich, dass ich ihr eine mitbringen kann. Das Überqueren der Kreuzungen ist eine echte Herausforderung, aber wir meistern sie wie die Profil. Die Mopeds rasen kreuz und quer. Wenn man am Strassenrand stehen bleibt und auf eine Lücke wartet, dann steht man in drei Tagen noch. Die einzige Lösung sind Scheuklappen und loslaufen. Es passiert tatsächlich nichts. Noch ein Absacker im Roof Garden und dann gehen wir ab in die Betten.

Samstag, 15.01.2011:

Nach einer etwas unruhigen Nacht verlassen wir unser Zimmer gegen 7 Uhr und nehmen unser Frühstück im 5. Stock ein. Leider stellen wir erst nach dem Frühstück fest, dass es im angeschlossenen Roof Garden einen "Eiermann" gibt. Zur Erläuterung: Der "Eiermann" ist der Koch, der die Frühstückseier in jeder gewünschten Form zubereitet. Nach dem Frühstück fahren wir mit Tai Wan nach Cu Chi. Dort besichtigen wir die Tunnel der Vietkong, ihre Fallensysteme und alles, was dazu gehört. Es ist beeindruckend und bedrückend zugleich. Hier wird mir erstmals in aller Deutlichkeit klar, warum die Amerikaner keine Chance hatten. Die Vietkong waren ihnen mit einfachen, aber wirkungsvollen Mittel so überlegen. Hier im Dschungel wird mir bewusst, warum die Amerikaner solch ein Trauma erlebt haben. Ich will das nicht verherrlichen, aber ein gewisses Mitleid und Verständnis kann ich für die amerikanischen Soldaten aufbringen, die blind von ihrer Regierung in diesen unnötigen und aussichtslosen Krieg geschickt worden. Total pervers finde ich den Schiessstand auf dem Gelände: Hier darf jeder gegen Bezahlung mal ein bisschen rumballern. Die Munition ist nach wie vor aus den Restbeständen, die von den Amerikanern zurückgeblieben ist und auch die benutzen Waffen sind aus diesem Fundus. Auch so mancher Ami lässt sich mit Waffen auf dem Schiessstand fotografieren und ich kann da nur den Kopf schütteln.

Wir fahren zum Mittagessen und anschliessend ca. 1 1/2 Stunden mit dem Bus zurück nach Saigon. Unser nächster Besichtigungspunkt ist der Wiedervereinigungspalast im Charme des Palastes der Republik in Berlin. Innen wie außen ist es so DDR like, dass ich irgendwie keine Lust auf Besichtigung habe. Trotzdem laufe ich brav durch die ersten vier Räume und seile mich dann anschliessend stillschweigend ab. Ein kaltes Wasser und in der Sonne sitzen gefällt mir besser. Nach dem Wiedervereinigungspalast fahren wir zum Kriegsmuseum. Hier sind diverse Flugzeuge, Hubschrauber und Panzer der US Regierung ausgestellt, die ebenfalls nach dem Krieg zurückgeblieben sind. Im Inneren des Museums sind ganz viele Fotos ausgestellt, die ich größtenteils kenne, aber wenn man sie so geballt auf einmal sieht, dann bewegt mich das doch wieder sehr. Es gibt eine Sonderausstellung die auf das Schicksal der behinderten Kinder aufmerksam macht. Noch heute ist die Rate der behinderten Neugeborenen als Spätfolge der Giftgasangriffe in Vietnam enorm hoch. Das war mir nicht bewusst und berührt mich sehr. Vom Museum aus fahren wir vorbei an diversen Botschaften zur Kirche Notre Dam, die von den Franzosen errichtet wurde. Gegenüber ist die Post von Saigon, die von Gustave Eiffel erbaut wurde. Zum ersten Mal in meinem Leben besichtige ich eine Post, aber sie ist wirklich sehenswert. Als letzten Punkt auf dem Programm steht der Ben-Thanh Markt, der auch von den Franzosen erbaut wurde und einem türkischen Basar sehr ähnlich ist. Wir laufen in der Gruppe durch und darum ist ein wirkliches Stöbern und Entdecken nicht möglich, aber trotzdem erstehe ich eine garantiert "echte" Omega Uhr.

Zum Duschen und frisch machen geht es zurück ins Rex. Wie schon am Freitag Abend sind auch heute wieder drei Hochzeitsgesellschaften im Haus. Es wuselt von weißen Brautjungfern und bunt gekleideten Gästen. Ich zählte alleine im Innenhof 25 Tische á 12 Personen. Tai Wan erzählt mir auf Nachfrage, dass der Bräutigam die Kosten der Hochzeit trägt. Die arme S ... denk ich und eile unter die Dusche. Frische Kleidung an, ein paar Minuten relaxen und dann treffen wir uns wieder mit der Gruppe. Gemeinsam fahren wir zum Abendessen in ein Restaurant im Botanischen Garten. Da es inzwischen dunkel geworden ist sehen wir vom Botanischen Garten nichts mehr. Das Restaurant ist hübsch, aber bedauerlicherweise bekommen wir genau das gleiche Menü wie schon zum Mittagessen. Das ist wirklich schade und ich picke eher wie ein Spatz im Essen. Nach dem Essen zieht es uns zurück ins Rex, denn morgen früh klingelt der Wecker um 3:30 Uhr, damit wir unseren Flieger nach Hanoi pünktlich erreichen. Als wir im Rex gegen 21 Uhr ankommen lösen sich die drei Hochzeitsgesellschaften gerade auf. Das muss man sich mal vorstellen: Da kommen Hunderte von Besuchern um 18 Uhr, begrüßen und knipsen was das Zeug hält, essen und trinken im Akkord und um 21 Uhr ist alles vorbei. Das alles erscheint mir wirklich komisch und weit entfernt von Romantik. Wir packen unsere Koffer um und ein, duschen und hüpfen ins Bett. Gute Nacht, Saigon ...

Sonntag, 16.01.2011:

Wer hat eigentlich den Wecker erfunden ?! Um 3:30 Uhr also klingelt besagtes Hassobjekt und wir kriechen aus der warmen und kuscheligen Heia. Anziehen, waschen, Koffer schnappen und los geht’s. Zum Abschied vom Rex erhalten wir Lunchpakete, denn Frühstück gibt's zu dieser frühen Stunde noch nicht. Am Flughafen von Saigon ist auch noch nicht viel los und so starten wir relativ pünktlich zu unserem Flug nach Hanoi. Dort landen wir gegen 8 Uhr und werden von unserem örtlichen Reiseführer namens Son in Empfang genommen. Mit dem wohl klapprigsten Bus ganz Vietnams fahren wir die 180 km von Hanoi nach Ha Long. Wir brauchen für diese Strecke fast vier Stunden, denn die Strassen sind in einem schlechten Zustand. Das Fahrverhalten ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Man könnte auch sagen: Die fahren wie die Henker und überholen kriminell. Aber wir kommen heil und pünktlich gegen 12:30 Uhr am Anlieger an. Unser Schiff, die Bhaya Classic, liegt in Sichtweite und wir werden mit einem kleinen Boot hinüber geschippert. Das Schiff ist im Stil einer alten Holzdschunke, aber neu und gut ausgestattet. Wir haben das große Glück und bekommen eine der beiden recht großen Eckkabinen zugeteilt. Darüber freuen wir uns natürlich riesig. Hier ist wenigstens ein Minimum an Bewegungsfreiheit vorhanden. Die normalen Kabinen sind so eng, dass unsere Mitreisenden über den Koffer klettern müssen um ins Bett zu gelangen.

Unser Schiff legt ab und wir fahren durch die Ha Long Bucht. Es ist ein unbeschreiblich schön. Leider ist es ziemlich kalt und der Fahrtwind macht es gefühlt noch kälter. Trotzdem ist es einfach nur ein Traum. Wir essen zu Mittag und lassen die Landschaft an uns vorbei ziehen. Nach dem Essen legen wir in unmittelbarer Nähe der Insel Hang Vöng Vieng an. Mit einem kleinen Boot werden wir zu einer kleinen schwimmenden Hütte gefahren und von dort aus steigen wir vierer oder dreierweise in Ruderboote. Man rudert uns zu einem der schwimmenden Dörfer. Dort zeigt man uns unter anderem die Grundschule und wir machen uns einen Spaß daraus uns in die Schulbänke zu zwängen und den Kindern auf der Tafel mit kleinen Bildchen Grüße zu hinterlassen. Anschliessend sehen wir uns das Angebot an Souvenirs an, kaufen ein T-Shirt für meinen Schatz und lassen uns zurückrudern. An Board haben wir Zeit zum frisch machen und umziehen. Um 17 Uhr beginnt die Happy Hour und wir trinken ein erstes Hanoi Bier. Wer will kann lernen wie man Frühlingsrollen macht. Unser Schiff schippert zwischenzeitlich zu unserem Nachtruhe Ankerplatz vor der Insel Hang Trong. Unser leckeres Abendessen endet abrupt: Kaum haben wir das Dessert gegessen verdunkelt man das Restaurant und zeigt über Leinwand den Film Indochina auf französisch. Wir sind 14 deutsche und 6 französische Gäste. Mangels Ausweichmöglichkeit gehen die Meisten in die Kabine. Die Bar ist im gleichen Raum wie das Restaurant und im Freien ist es zu kalt. Nach 15 Minuten sitzen noch 4 Franzosen vor der Leinwand. Nach weiteren 20 Minuten sitzt kein Gast mehr zum Film gucken da. Eine größere Umsatzvernichtungsmaschine habe ich an einer Hotelbar noch nicht erlebt. Auch wir gehen ins Bett …

Montag, 17.01.2011:

Um 6:30 Uhr stehen wir auf. Nach dem Frühstück wechseln wir das Schiff. Unsere Schiff fährt zurück nach Ha Long und bringt die Gäste, die nur eine Nacht an Bord waren, zurück und nimmt neue Gäste auf. Meinem Schatz ist es unwohl und er darf an Bord bleiben. Wir anderen fahren mit dem kleinen Schwesterschiff Bhaya Spirit zu einer der größten Insel in der Ha Long Bucht: Cat Ba Island. Nach ca. 1 1/2 Stunden erreichen wir den Anleger. Dort stehen für uns Fahrräder bereit - so richtige alte Drahtesel. Wir schwingen uns in die Sattel und radeln los. Die klapprigen Räder erfordern sogar in die Pedale treten, wenn es bergab geht. Der Weg ist wunderschön und wir haben so viel Spaß. Wir radeln ca. 5 Kilometer ins Inselinnere und halten dann in dem Dorf Xa Viet Hai an einem Café. Einen heißen Tee später marschieren wir in den Dschungel zu einer Höhle. Berg auf, Berg ab, quer durch den Dschungel - unsere beiden Reiseleiter vom Schiff verlieren kurzzeitig die Peilung und wir lästern ab. Die Gaudi ist groß und ich ruf "Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!". Unsere Führer haben zwischenzeitlich den Weg wiedergefunden und wir ziehen weiter zu einem Dorf namens Thon Viet Hai. Wir vermuten, dass das ein Museumsdorf werden soll, denn es ist noch alles im Bau und wir haben keine Einwohner gesehen. Zu Fuß geht es zum Café und mit den Drahteseln die 5 Kilometer zurück zum Schiff. Wir legen ab und während man uns ein sehr leckeres Mittagessen serviert, gleiten wir durch die Bucht zu unserem Schiff zurück. Meinem Schatz geht es wieder besser und ich bin sehr froh. Er lacht über unsere Fahrradtour in der Ha Long Bucht. So ein Erlebnis hat nicht jeder. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und jeder macht nach Lust und Laune sein eigenes Ding. Zum Abendessen werden wir wieder mit einem köstlichen Menü verwöhnt, aber leider auch heute Abend wieder mit Indochina gequält. Diesmal bleiben wir einfach sitzen und lassen uns nicht vertreiben. Es guckt eh wieder kein Mensch den Film. Der Abend klingt recht gemütlich aus.

Dienstag, 18.01.2011:

Unser Weckdienst weckt uns pünktlich um 6:30 Uhr und wir nehmen ein kleines Frühstück zu uns. Direkt im Anschluss gegen 7:45 Uhr fahren wir zu einer weiteren Insel. Dort werden wir mit dem Tender zur Anlegestelle gebracht und steigen ca. 40 steile Stufen hinauf zum Eingang der Tropfsteinhöhle. Sie besteht aus drei Hallen und ist wunderschön. Anders als letztes Jahr in China wurde hier auf jeden Kitsch und jede unmögliche Beleuchtung verzichtet. Die Höhle ist dezent beleuchtet und somit viel interessanter und sehenswerter. Die letzte Halle in der Höhle ist so groß wie ich es noch nie gesehen habe. Der steile Aufstieg auf den kleinen und unregelmäßigen Stufen hat sich wirklich rentiert. Nun machen wir uns an den Abstieg und der Tender bringt uns zurück an Bord. Wir checken uns und unsere Koffer aus. Das Schiff nimmt nun Kurs auf den Hafen von Ha Long und uns bieten man in der Zwischenzeit ein leckeres Brunch Büfett an. Gegen 11 Uhr erreichen wir Ha Long und verlassen mit ein wenig Wehmut das Schiff und die Bucht. Da das Wetter in der Bucht recht kühl war und der Himmel steht verhangen fällt uns der Abschied leichter. Trotzdem hat die Ha Long Bucht auf mich großen Eindruck gemacht.

Mit unserem klapprigen Bus machen wir uns auf in Richtung Hanoi. Wir fahren an einem Werbeplakat vorbei und ich sage: "Guck mal Schatz, da machen sie Werbung fürs iPhone." Darauf folgt die Frage an mich: "Hast Du das iPad?" Ich habe es nicht. Es liegt in der Nachttischschublade der Kabine 112 an Bord der Bhaya 1 ... Entsetzt wenden wir uns an Son. Der handelt sofort und ruft bei der Schiffgesellschaft an. Am anderen Ende der Leitung verspricht man nachzusehen und zurückzurufen. Das reicht Son nicht. Er stoppt unseren Bus mitten auf der Autobahn, steigt aus, läuft über die Fahrbahnen auf die andere Seite, hält ein Moped an, verhandelt kurz mit dem Fahrer, steigt auf und ist unterwegs. Nach sage und schreibe 20 Minuten taucht das Moped mit Son und unserem iPad wieder auf. Spontan falle ich ihm um den Hals. Wir sind sehr erleichtert und versprechen der Gruppe, dass wir wegen der unfreiwilligen Zwangspause eine Runde ausgeben werden. Endlich setzen wir unsere Fahrt im Klapperbus fort. Zwei mal halten wir unterwegs an und besuchen Behindertenwerkstätte. Dort verkauft man alles an Kunsthandwerk von Lackarbeiten über Seidenprodukte, Stickereien und Schmuck. Vietnam hat, wie schon erwähnt, eine sehr hohe Rate von Behinderten als Folge der Giftgase etc. die im Vietnamkrieg zum Einsatz kamen. Son und unser Fahrer bekommen von diesen Stätten Geschenktüten, wenn sie mit uns dort anhalten. Wir freuen uns für die Beiden und noch mehr freuen wir uns darüber, dass Son uns das so offen und ehrlich erzählt.

Gegen 16:30 Uhr treffen wir am Flughafen in Hanoi ein. Wir checken ein und verabschieden uns von Son. Besonders mein Mann und ich sind ihm sehr dankbar, denn wenn das iPad weg gewesen wäre, dann wäre das ein teurer und sehr ärgerlicher Verlust gewesen. Ein letzter Kaffee, ein Bummel durch die Shops und dann dürfen wir auch schon einsteigen. Wir fliegen mit einer kleinen Propellermaschine und wir fliegen sogar 10 Minuten früher ab als geplant. Das ist mir auch noch nie passiert. Nach einem kurzen einstündigen Flug landen wir in Luang Prabang. Die Einreiseformalitäten nehmen eine gewisse Zeit in Anspruch, aber dann haben wir unser Visum (Gebühr 31 Dollar) und dürfen aus dem Gebäude raus. Unser örtlicher Reiseleiter in Laos heisst Lehn und spricht sehr gut deutsch. Er bringt uns zum Hotel und wir beziehen unsere Zimmer, die riesig und gut ausgestattet sind. Wir sind im ersten Stock und haben sogar einen Balkon mit Blick auf den Mekong. Nun flitzen wir zum Abendessen. Es ist inzwischen fast 21 Uhr und so langsam macht sich Müdigkeit breit. Nach dem Essen schleichen wir uns in die Betten.

Mittwoch, 19.01.2011:

Geweckt werden wir heute um 5:15 Uhr, denn wir wollen zur Speisung der Mönche. Um kurz vor 6 Uhr fahren wir los und halten in der Hauptstrasse von Luang Prabang an. Dort kann man, wenn man keinen eigenen Reis mitgebracht hat, Klebreis kaufen. Gegen 6:15 Uhr kommen die ersten Mönche die Strasse entlang und die Menschen knien nieder und geben ihnen den Reis in ihre Schalen. Solche Speisungen sind normal und die Menschen tun nicht den Mönchen einen Gefallen, sondern sie betrachten es als Ehre, wenn ein Mönch ihre Gabe entgegen nimmt. Nach der Speisung fahren wir zurück zum Hotel und speisen uns selbst. Das Frühstücksbüffet ist lecker und ich genehmige mir eine Nudelsuppe. Der Himmel sieht vielversprechend aus und wir hoffen alle auf Sonnenschein und Wärme nach der Kälte der Ha Long Bucht. Nach dem Frühstück fahren wir wieder in die Stadt hinein und besuchen den Markt. Anschliessend besichtigen wir zwei Tempel und dann ist es auch schon Zeit fürs Mittagessen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, aber nur die Hälfte der Gruppe will im Hotel relaxen. Und so findet sich ein Grüppchen von sechs Leute und Lehn möchte uns begleiten. Das freut uns sehr und gemeinsam machen wir uns auf zur Besteigung des Bergs. 328 Stufen später haben wir es geschafft und vor uns liegt die ganze Stadt und der Mekong. Ein wirklich toller Ausblick und ich bin froh, dass ich nicht ins Hotel gefahren bin. Wir halten uns recht lange oben auf und Lehn erzählt uns viel über seine Heimatstadt und das Land Laos. Wirklich klasse finde ich, dass man in Luang Prabang nur zweistöckige Häuser bauen darf. Das Bild dieser Stadt wirkt dadurch einfach ganz anders.

Nach dem Abstieg, für den wir uns sehr viel Zeit lassen, kehren wir in einem Lokal direkt oberhalb des Mekongs ein und erfrischen uns. Das Wetter ist tatsächlich perfekt geworden. Die Sonne scheint und es ist warm. Um 16 Uhr fahren wir mit dem Shuttlebus vom Hotel zurück. Die Zeit bis zum Abendessen reicht zum duschen, relaxen und anziehen. Um 18 Uhr treffen wir uns dann wieder zum Essen, denn ein paar von uns wollen auf den Nachtmarkt. Abfahrt um 19 Uhr und mitten rein ins Gewusel. Heute Mittag war hier noch die Hauptstrasse und jetzt ist es der Nachtmarkt. Nicht nur rechts und links der Strasse, sondern auch in der Mitte sind Stände ohne Ende aufgebaut. Wir bummeln gemütlich und stellen fest, dass man uns hier nicht so penetrant anmacht wie in manch anderen Ländern. Das ist sehr angenehm und gibt einem auch einmal die Chance in Ruhe zu gucken. Ich kaufe für unser Treppenhaus einen neuen Lampion - dies mal dezent in weiß mit angedeuteten Mönchen und quadratisch. Mal was ganz anderes als der chinesische Lampion aus Peking. Wir trinken noch etwas und fahren dann um 21 Uhr zurück ins Hotel. Mein Schatz und ich lassen den Abend auf dem Balkon mit einem Mekong Bier und dem Blick auf den Mekong im Kerzenschein ausklingen.

Donnerstag, 20.01.2011:

Zum Frühstück treffen wir uns um 7:30 Uhr und anschliessend geht es direkt zum Flughafen. Der Flughafen in Luang Prabang ist winzig klein und sehr ursprünglich. Die Wartehalle ist im Freien und nur einfach überdacht. Nach dem Check In verabschieden wir uns von Lehn und recht schnell sind wir in der Luft. Wir fliegen von Luang Prabang nach Siem Reap (Kambodscha), aber wir haben eine Zwischenlandung in Pakse (Laos). In Pakse dürfen auch wir, die wir weiterfliegen mal aussteigen und in ca. 50 Meter Entfernung vom Flieger warten. Dass viele Reisende rauchen stört hier irgend wie niemanden und der Flieger wird trotzdem betankt. So einfach ist das in Asien.

Wir landen gegen 15 Uhr in Siem Reap und werden von Kim, unserem Reiseführer hier vor Ort in Empfang genommen. Die Visagebühr in Kambodscha beträgt 20 Dollar bei der Einreise. Eine weitere Fluggebühr in Höhe von 25 Dollar ist bei der Ausreise fällig. Noch etwas empfängt uns hier: 32 Grad und Sonnenschein !! Ich könnte nur noch jubeln. Und dann noch die frohe Kunde, dass wir den Nachmittag frei haben. Herz, was willst Du mehr. Wir beziehen ein wunderschönes Zimmer, werfen alles von uns und hüpfen in Badehose und –anzug: Ab geht es an und in den Pool. Es ist ein sehr erfrischender und entspannender Nachmittag. Um 19 Uhr serviert man uns am Pool ein wunderbares Viergänge Menü vom Feinsten. Wir schlemmen und genießen das Essen, die Wärme und die gesamte Atmosphäre sehr. Nach dem Essen bummeln wir noch ein wenig auf der Hauptstrasse von Siem Reap und dann schlüpfen wir in die Federn. Morgen haben wir volles Programm, denn morgen geht es nach Angkor Wat und Co.

Freitag, 21.01.2011:

Wir beginnen die Besichtigungstour nach einem wunderbarem Frühstück mit dem Tempel Bayon. Wir sind früh unterwegs und es ist noch nicht so viel los. Dadurch können wir in Ruhe den Tempel besteigen und genießen. Die Treppenstufen sind wirklich extrem steil. Hoch geht mit einigen Anstrengungen ganz gut, aber nach unten ist es wirklich krass. Ich bin am Anfang ganz schön wacklig auf den Beinen, aber dann geht’s ganz gut. Bayon ist besonders sehenswert wegen seiner Türmen mit meterhohen aus Stein gemeißelten Gesichtern. Es ist auch neben Angkor Wat der bekannteste Tempel in Angkor. Gegenüber des Tempels ist die Elefantenterrasse und die Terrasse des Leprakönigs. Inzwischen sind viel mehr Touristen eingetroffen und wir fahren weiter zur Tempelanlage Ta Prohm, der Dschungeltempel. Darauf habe ich mich am meisten gefreut, denn das ist die Tempelanlage, die man erst vor ca. 100 Jahren entdeckt hat und noch nicht von den Bäumen befreit hat. Gerade das macht den Reiz aus. Wir dürfen auf eigene Faust eine knappe Stunde durch die Anlage schlendern und es gelingt uns das eine oder andere grandiose Bild. Die mächtigen Bäume haben die Tempel auseinander gedrückt und die Wurzeln haben sich durch die Mauern gearbeitet. Mitten auf einer Mauer wächst ein wahrer Mammut von einem Baum. Es ist wunderschön. Ta Prohm ist recht bekannt bei Filmliebhabern, denn Ta Prohm diente als Kulisse für den Film Lara Croft – Tomb Raider.

Weiter geht es zum Banteay Srei Tempel, der Zitadelle der Frauen. Diese Anlage ist klein, aber sehr fein. Kim erklärt uns, dass er das normale Besucherprogramm immer von hinten nach vorne anfährt. Dass das eine gute Idee ist zeigt sich auch hier wieder, denn es ist relativ wenig los. An den Souvenir ständen kaufen wir dann auch zum ersten Mal etwa: Andy bekommt einen Sonnenhut und ich zwei T-Shirts. Weiter geht es zum Mittagessen und anschliessend zu einer kurzen Mittagspause ins Hotel. Angkor Wat steht noch auf dem Programm, aber in der prallen Mittagssonne und den Massen ist das wohl nicht empfehlenswert und so können wir eine Stunde entspannend. Um 16 Uhr brechen wir wieder auf. Tatsächlich laufen die meisten Besucher bereits zurück als wir ankommen. Die neu errichtete, aber immer noch enorm steile Treppe zur dritten Ebene darf man bis 17 Uhr besteigen und das schaffen wir. Wir sind im Tempel Nirwana und bestaunen die 5 Türme und die 4 Wasserbecken. Die gesamte Anlage ist von hier oben überschaubar und die Größe nimmt man erst von hier aus wahr. Langsam wagen wir uns an den steilen Abstieg und ich bin froh, dass mir die Originaltreppen erspart geblieben sind. Meine Eltern sind vor 4 Jahren noch auf diesem Weg hoch und vor allem wieder runter. Fast alle Touristen sind inzwischen weg und so haben wir die Anlage und den Sonnenuntergang fast für uns alleine. Es ist unbeschreiblich und wir genießen es sehr. Wir haben nun alle vier Haupttempel von Angkor besichtigt und zu mehr reicht unsere Zeit leider nicht aus. Schon auf dem Weg zurück ins Hotel merke ich, dass etwas nicht mit mir stimmt und es bewahrheitet sich leider. Meine Teilnahme am Abendessen mit Folklore entfällt dank Durchfall und Erbrechen. Wie gut, dass Andy mir am nächsten Tag versichert, dass ich nichts verpasst habe.

Samstag, 22.01.2011:

Ziemlich gerädert wache ich auf. Es geht mir zwar etwas besser, aber gut ist anders. Da wir erst gegen Mittag weiter nach Myanmar fliegen reicht unsere Zeit noch für eine Besuch am Tonle Sap See. Der Tonle Sap See ist der größte See in Südostasien und eines der fischreichsten Binnengewässer der Welt, aber so dreckig, dass es mir schier den Atem raubt. Selbst Tierkadaver treiben im Wasser und der Fischgeruch ist unerträglich. Vermutlich liegt es auch an meinem momentanen Gesundheitszustand, aber der Ausflug an den See hat mich nicht begeistern können. Unterwegs sehen wir sehr viele BMWs. Nein, ich spreche nicht von den Autos aus Bayern. Ein BMW ist hier ein Bauer mit Wasserbüffel. Wir amüsieren uns köstlich darüber. Vor dem Abflug bekommen wir noch ein Mittagessen angeboten, aber wie schon beim Frühstück reicht mir bereits der Geruch und ich bleibe bei meiner unfreiwilligen Nulldiät. Von Siem Reap aus fliegen wir mit einer Zwischenlandung in Bangkok weitere nach Yangon, wo wir gegen 16:15 Uhr landen. (Zeitverschiebung 30 Minuten – in Myanmar ist alles ein bisschen anders als in anderen Ländern). Unsere Mimi winkt uns schon durch die Glasscheibe zu und ich beeile mich um raus zukommen. Mit Koffer und Handgepäck falle ich ihr um den Hals. Wer hätte gedacht, dass ich sie wirklich noch mal sehen werde. Wir fahren vom Flughafen aus direkt ins Hotel „The Strand“ und bekommen dort Hi Tea serviert. Anschliessend fahren wir zur Shwedagonpagode, die sich nun tatsächlich ohne Gerüst und in voller Schönheit präsentiert. Vor zwei Jahren war die Spitze noch eingerüstet und ich war damals sehr enttäuscht. Der Zyklon Nargis hatte im Jahr 2008 auch die Shwedagon beschädigt. Jetzt also sehen wir die Spitze in voller Pracht. Es ist inzwischen dunkel geworden und viele Gläubige haben sich hier versammelt. Eine Stunde bummeln wir um die Pagode und bestaunen alles. Dann geht’s zum Hotel und zum Abendessen, auf dass ich leider auch wieder so gut wie verzichte. Ich trau mir gerade selbst nicht über den Weg. Ich will nur noch duschen und ins Bett.

Sonntag, 23.01.2011:

Wir werden mal wieder zu einer unchristlicher Zeit geweckt. Es ist 4:30 Uhr und unser Flieger nach Bagan wartet nicht auf uns. Also düsen wir los und checken unkompliziert schnell im alten Teil vom Yangon Airport ein. Nach einer knappen Stunde landen wir in Bagan und steigen wieder mal um auf den Bus. Wir fahren nach Salay, einem sehr kleinen Dorf ca. 2 Stunde Busfahrt von Bagan entfernt. Dort besuchen wir eine alte Klosteranlage, den Markt, machen einen kleinen Dorfbummel und sehen als Letztes noch den lachenden Buddha. Unterwegs im Dorf stellen wir fest, dass wir hier die Attraktion sind. Die Einheimischen bestaunen uns mindestens genau so neugierig wie wir sie. Auf einer kleinen Treppe sitzen mehrere Kinder und ich frage mit Handzeichen, ob ich ein Foto mit ihnen gemeinsam haben kann. Sie nicken und lachen und es entsteht ein wirklich hübsches Bild. Nun geht es zu unserem Hotel und wer möchte kann im Hotel bleiben. Ich möchte nicht und fahre mit zum Ananda Tempel. Dort ist auch noch Tempelfest und ich freue mich sehr, dass ich das erleben kann. Das Tempelfest geht einen Monat lang und ist nur einmal im Jahr. Das nenn ich doch mal Glück gehabt. Wir lachen Tränen über das ungewöhnliche Riesenrad: Es wird mit Manneskraft bewegt und es sieht abenteuerlich aus. Wir fahren zurück zum Hotel und sammeln die Zurückgebliebenen ein. Jetzt wollen wir zum Sonnenuntergang auf eine Pagode. Diesmal klappt es auch mit dem Untergang, denn über der Ebene von Bagan sind ausnahmsweise einmal keine Wolken. Zum Abendessen geht es in ein Restaurant und irgendwie wird mir schon wieder flau. Ich esse wahrlich nicht viel und sehr vorsichtig, aber trotzdem büße ich es in der Nacht. Wenn das so weitergeht, dann habe ich bis zum Badeurlaub in Koh Chang die ideale Bikinifigur.

Montag, 24.01.2011:

Was für eine Nacht ... Ich frühstücke heute mal nur Tee und eine Banane und bin froh, dass wir heute nicht am Programm teilnehmen. Die Gruppe fährt um 9 Uhr los und wir liegen bis 11 Uhr am Pool und faulenzen. Um 11 Uhr kommt Andrea und wir verbringen ein paar gemütliche Stunden gemeinsam und quatschen um die Wette. Wir laden Andrea zum Abendessen ein und verabschieden sie bis dahin. Sie fährt zum Markt und wir legen uns in zwei einsame Liegestühle mit Blick auf den Irrawaddy zur Siesta nieder. Am Abend kommt Andrea wieder zu uns. Wir haben sie zum Abendessen eingeladen und verbringen einen schönen Abend miteinander. Schade, dass ich immer noch nicht wirklich fit bin und daher keine lustige Gesprächspartnerin sein kann. Trotzdem habe ich mich riesig gefreut sie wiederzusehen und der Tag Pause hat mir auch recht gut getan.

Dienstag, 25.01.2011:

Die Nacht endet mal wieder früh, denn heute fliegen wir weiter zum Inlesee. Der geplante Abflug um 9 Uhr verschiebt sich Stunde um Stunde, denn die Maschine aus Yangon kommt nicht. Warum? Keine Ahnung ... Das ist hier halt mal so. Der tatsächliche Abflug ist dann erst um halb Zwei. Das bringt Mimi zur Verzweiflung und schmeißt ihren ganzen Plan durcheinander. Nach der Ladung in Heho und der ca. einstündigen Fahrt zum See erleben wir im Ort Inle eine Überraschung: Mimi hat uns Pizza versprochen und wir dachten, dass das ein Scherz sei. Nein, es war kein Scherz. Ein burmesischer Italienfan hat hier ein italienisches Restaurant eröffnet und er serviert uns sehr leckere Pizza und Pasta. Nach dem Essen zeigt er uns stolz seinen Pizzaofen und die original italienischen Zutaten. Das ist echt eine kleine Sensation und wir sind ganz platt. Nun geht’s weiter zum Anleger, auf die Boote und ab auf den See. Durch unsere späte Ankunft bleibt keine Zeit mehr für das geplante Besichtigungsprogramm und wir besuchen daher nur den Tempel mit den springenden Katzen. Die springen aber heute nicht mehr, denn sie wurden gerade gefüttert und mit dickem Bauch springt es sich so schlecht. Gut, dass wir das vor 2 Jahren sehen durften. Die Sonne geht bereits langsam unter und wir fahren zum Hotel Paradise Inle Resort. Einchecken, Abendessen und das war's für heute. Sehr schade, denn ich hätte so gerne mehr Zeit auf dem See verbracht. Wirklich gelohnt hat sich das nicht, aber es war ja auch anders geplant. Der nicht gekommene Flieger hat uns einfach viel Zeit gekostet.

Mittwoch, 26.01.2011:

Abfahrt 7 Uhr ... Mehr muss man nicht sagen um zu erahnen wann wir aufgestanden sind. Wir fahren mit den Booten vom Hotel aus direkt nach Inle zum Anleger und besteigen unseren Bus für den heutigen Tage. Mimi möchte uns hoch in die Berge führen in eine Region des Shanstaates in die bis vor kurzem Touristen gar nicht fahren durften. Hier leben neben den Shan auch die Palo und diese Region ist relativ unabhängig von der Militärregierung. Wir fahren mit dem Klapperbus auf Strassen, die die Bezeichnung Strasse nicht wirklich verdienen. Jeder Feldweg in Deutschland ist besser ausgebaut. Nach 2 1/2 Stunden erreichen wir unser Ziel Kakku. Hier besichtigen wir die faszinierende Sammlung von 2.500 Stupas. Der damalige König hatte angeordnet, dass jeder Einwohnung eine Stupa bauen musste und so sind diese Menge an Stupas entstanden. Noch heute werden hin und wieder neue Stupas errichtet. Jeder Stupa ist anders errichtet und verziert. Ich kann gar nicht aufhören Details zu fotografieren. Es ist wirklich sehr schön, aber es rechtfertigt für mich nicht die insgesamt fünf Stunden Busfahrt. Ich wäre in diesen Stunden lieber noch über den Inlesee gefahren.

Gegen 15:15 Uhr erreichen wir verstaubt und durchgeschüttelt den Flugplatz von Heho und dann warten wir zur Abwechslung mal wieder auf einen Flieger. Diesmal kommt er nach nur 2 Stunden und aus Mandalay. Wir fliegen nun zum 11ten Mal und jetzt geht’s nach Yangon. Die letzte Nacht in Myanmar ist gleichzeitig die letzte Nacht innerhalb der Rundreise. Wir kommen im Dunkeln im Hotel an und beschließen nur noch zu Abend zu essen und dann ins Bett zu gehen. Das Abendessen findet im Mingalar Ballroom statt und mir schwant Übles: Das wird doch nicht wieder dieser Folkloreabend zu sein den ich schon vor zwei Jahren so schlimm fand? Es IST dieser Folkloreabend und wir ergreifen nach einem kleinen Imbiss die Flucht in die Lobby. Hier gibt es inzwischen sogar WiFi, aber GMX ist in Myanmar gesperrt und somit bleiben die geschriebenen Mails weiterhin ungesendet im Postausgang. Wir gehen in unser Zimmer mit Blick auf die Shwedagonpagode, duschen und schlüpfen in die Federn. Die deutsche Welle bringt uns noch Nachrichten aus Deutschland und der Welt und dann ist Schlaf angesagt.

Donnerstag, 27.01.2011:

Noch einmal klingelt der Wecker früh: 6:30 Uhr wecken und 8 Uhr Abfahrt. Unser 12ter Flug bringt uns von Yangon nach Bangkok. Da wir auf den Anschlussflieger nach Trad 5 Stunden hätten warten müssen fahren wir mit dem Bus. Die Fahrt gen Fähranleger in Trad dauert auch gute 5 Stunden und entwickelt sich unterwegs zur Qual: Ungefähr in der Hälfte der Strecke fällt die Klimaanlage aus. Die Temperatur im Bus wird von Kilometer zu Kilometer unerträglicher. Überglücklich verlassen wir am Fähranleger den Bus und genießen die Überfahrt mit frischer Meeresbrise auf die Insel Koh Chang.

Freitag, 28.01.2011 – Samstag 05.02.2011:

Wir genießen unseren Urlaub unter den Palmen von Koh Chang und erholen uns mit Ölmassagen, guten Büchern, Meer und Sonnenschein.

Die berühmten letzten Worte:

Die vergangene Reise war voller Eindrücke und ich werde wohl wieder Monate brauchen um das alles zu verarbeiten. Fünf Länder, vierzehn Flüge (Flug 13 von Trad nach Bangkok und Flug 14 von Bangkok nach Frankfurt), unzählige Kilometer in Bussen auf Schotterpisten und Rüttelstraßen, fünf örtliche Reiseleiter die unterschiedlicher nicht hätten sein können, Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichen Kultur- und Religionskreisen, weltberühmte Sehenswürdigkeiten und unbekannte Highlights. Diese Reise war Stress pur und voller Spannung. Ich möchte keinen Moment davon missen. Danke an Tai Wan aus Saigon, Son aus Hanoi, Lehn aus Luang Prabang, Kim aus Siam Reap und vor allem an Mimi aus Yangon. Ohne Euch wäre diese Reise nicht so wunderschön gewesen. Meine persönlichen Highlights? Die Ha Long Bucht in Vietnam, der Tempel Tam Prohm in Kambodscha und das Wiedersehen mit Mimi in Myanmar. Trotz dem Stress war es eine unvergessliche Reise für mich.


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