Mittwoch, 28.05.2014

 
Anfang 8.699 KM
Ende 8.958 KM
 
WWW.Camping-leflorival.com
 
Zu unserer großen Freude können wir bereits um 10:00 Uhr unser Wohnmobil abholen. Im Einräumen sind wir inzwischen geübt und daher sind wir bereits um 12:15 Uhr abfahrbereit. Unser Weg führt uns auf noch bekannten Straßen nach Wissembourg. Wir kaufen ausgiebig ein, denn Christi Himmelfahrt ist morgen auch in Frankreich ein Feiertag. Entlang der Vogesen fahren wir bis kurz vor Mulhouse. Der erste Campingplatz ist umgeben von Wald in Issenheim. Wir checken für eine Nacht ein und bezahlen dafür € 17,52. Nachdem wir uns ausgerichtet haben genießen wir unser erstes Abendessen mit Rillet und Baguette. Andy klärt das Missverständnis mit dem Kilometerstand, aber er schafft es nicht unseren Renault die deutsche Sprache beizubringen. Alle Anzeigen im Tacho Menü sind Französisch. Sogar die Autos haben scheinbar Nationalstolz.
 
Donnerstag, 29.05.2014
 
Anfang 8.958 KM
Ende 9.315 KM
 
WWW.Camping-Beaujolais.com
 
Gestern Abend waren wir Beide ziemlich früh sehr müde. Vermutlich war es die Verlockung des tollen Betts. Wir haben himmlisch geschlafen und sind früh auf. Bereits um 09:00 Uhr haben wir den Platz verlassen. Bis Roulans / Besancon fahren wir Autobahn, dann wechseln wir auf die N und entlang dem Doubs geht es in Richtung Dole. In St. Vit überfährt das Auto vor uns ein Eichhörnchen. Wir sind beide erst mal erschrocken und traurig zu gleich. Das schöne Tier humpelt zurück in die Grünanlage. Mir ist ganz schlecht und ich grüble noch einige Kilometer über das Wohl des Hörnchens.
 
In Dole halten wir an und bummeln durch die Stadt. In der Kirche war wohl gerade Messe. Der Orgelspieler spielt noch und wir genießen das kostenlose Konzert. Weiter führt uns unser Weg auf kleineren und größeren Landstraßen über Beaufort und Bourg-en-Bresse in Richtung Lyon. Es fällt uns wieder einmal auf, dass Frankreich so weitläufig und unbesiedelt wirkt. Teilweise fahren wir längere Zeit ohne anderen Autos zu begegnen und man hat wirklich so schöne Ausblicke auf unbebaute Landschaften.
 
Der von uns ausgesuchte Campingplatz für heute Nacht ist in Anse. An der Rezeption werde ich von einem sehr netten Franzosen auf Deutsch eingecheckt und er gewährt mir den ACSI Rabatt, obwohl ich nur die ADAC Campingkarte habe. Somit zahle ich nur € 16,20 anstatt € 23,00. Das freut mich riesig - nicht nur wegen dem Rabatt, sondern vor allem wegen der freundlichen Art des Mannes. Den Platz in Le Lavandou kennt er auch und er schwärmt mir vor wie schön er ist. Na da bin ich ja mal gespannt.
 
Bei wunderschönem Wetter sitzen wir vorm Schneckenhaus in der Sonne. Zum Abendessen gibt es die ersten Mozzarella Tomaten, Bier und Weinschorle. 
 
Freitag, 30.05.2014
 
Anfang 9.315 KM
Ende 9.718 KM
 
www.lerelaisducampeur.com
 
Den Weg nach Rocamadour habe ich unterschätzt. Es ist viel weiter als erwartet, aber die Fahrt dahin ist wunderschön. Zuerst jedoch füllen wir unsere Vorräte auf, tanken für € 84,40 und gönnen uns ein neues Navigationsgerät. Johanna hatte Recht: Das alte Navi funktionierte nicht mehr. Das Neue heißt übrigens Katrin und spricht auch deutsch mit uns. Wieder einmal bin ich verwundert, dass die  Verkäuferin (die locker meine Tochter sein könnte) kein englisch spricht. 
 
Mit Katrin geht es auf die Autobahn Richtung Clermont-Ferrand. Wir fahren durch einen Gebirgszug von dem wir noch nicht wissen wie er heißt. Das muss ich mir zu Hause auf der großen Frankreichkarte noch mal in Ruhe ansehen. Teilweise sehen wir sogar noch Schnee auf den Bergspitzen und Tafeln an der Autobahn zeigen, dass man hier wohl wunderbar Ski fahren kann.
 
Bei Clermont-Ferrand erheben sich Berge, die wie Vulkane anmuten und tatsächlich ist es genau das uns so bekannte Vulkangestein aus der Volvic Werbung. Wir fahren direkt an Volvic und der Quelle vorbei. Andy scherzt, dass wir ja den Frischwassertank mit Volvic füllen könnten. Gute Idee, aber natürlich nicht realisierbar.
 
Wir bleiben bis Tulle auf der Autobahn und zahlen dann rund € 40,-- für die Nutzung. Ja, das ist teuer, aber die Autobahnen sind im Vergleich zu uns super in Schuss und so leer, dass man wirklich stressfrei vorankommt. Von Tulle aus fahren wir Landstraße. Katrin bekommt Autobahnverbot und zum Trotz führt sie uns auf so kleine Straßen, dass ich schon Bedenken bekomme, ob das hier alles so mit rechten Dingen zugeht.
 
Gegen Abend erreichen wir mit rabenschwarzem Himmel Rocamadour und steuern den vom ADAC empfohlenen Platz an. Der eröffnet aber erst am Montag und so nehmen wir den zwar spartanischen, aber günstig mitten in Rocamadour gelegenen Campingplatz. Für eine Nacht zahle ich € 15,44 - ein fairer Preis für diesen Platz. Dem Wetter angepasst machen wir es uns im WoMo gemütlich.
 
Samstag, 31.05.2014
 
Anfang 9.718 KM
Ende 9.833 KM
 
www.campingconques.com
 
Ein grauer und kühler Tag ist das heute Morgen. Nach dem Frühstück steigen wir den steilen Abhang nach Rocamadour hinab. Es sind nur ca. 1,2 Kilometer, aber steil hinab geht das ganz schön auf meine Knie. Ein wunderschönes Dorf wie aus dem Mittelalter empfängt uns. Rocamadour ist sozusagen auf drei Etagen erbaut. Unten ist das Dorf, in der Mitte die Kirche und oben auf dem Fels ist die Burg. Wir laufen durch die engen Gassen des Dorfs, kaufen uns einen Flaschenöffner (den haben wir zu Hause vergessen) und dann steigen wir zur Kirche hinauf. Welch ein Glück für uns: der Orgelspieler "übt" und wir kommen in den Genuss eines kleinen Konzerts. In dieser wunderbaren Stimmung zünde ich Kerzen für unsere Lieben an.
 
Weiter geht es über den nicht ganz so steilen, etwas längeren Weg hoch zur Burg. Es gibt einen kurzen, extrem steilen Weg, aber den tun wir uns nicht an. Im Zickzack geht es hoch und an jeder Biegung steht ein Teil der Kreuzigungsgeschichte von Jesus. Oben angekommen genießen wir die grandiose Aussicht. Der Himmel ist immer noch grau, aber kalt ist es uns jetzt nicht mehr. Wir beschließen den Weg oberhalb zurück zum Campingplatz zu nehmen. Die Alternative wäre wieder hinab zusteigen und auf der anderen Seite wieder hochzugehen. So viele Kalorien an einem Tag zu verbrennen halten wir für bedenklich.
 
Nach einer halben Stunde entlang der kleinen und wenig befahrenen Straße am Rande des Felskegels kommen wir zurück in das Dorf, dass sich auch Rocamadour nennt und wohl ein Vordorf ist. Wir trinken bei aufreißendem Himmel einen leckeren Espresso vor der Brasserie und bewundernd eine Gruppe Harley Fahrer, die gerade eintreffen. Nach dem Espresso holen wir unser WoMo vom Campingplatz und fahren die ca. 12 KM. zur Gouffre de Padirac. Der Himmel tut sich nun ganz auf und der Sonnenschein erwärmt uns.
 
Vor der Grotte in Padirac stehen wir ca. 40 Minuten für die Eintrittskarten an, zahlen € 10,50 pro Nase und steigen hinab in das "Loch". Es ist ein beeindruckender Felskessel, der uns feucht empfängt. Es regnet von den Felswänden herab und oben sieht man den blauen Himmel und den Sonnenschein. Wir steigen weiter ab und sind plötzlich unter der Erde. Der Weg führt uns mehr als einen Kilometer tief in die Erde. Mit Booten geht es über einen unterirdischen See und von dort aus in die Tropfsteinhöhle. Das alles ist so surreal, dass man es irgendwie nicht richtig begreifen kann. Mir geht immer wieder durch den Kopf, dass ich gerade ewig viele Meter unter der Erde bin und trotzdem ist über mir eine so hohe Felsdecke wie in einem Dom. Faszinierend !! Leider, leider verstehen wir von den Führern kein Wort, denn hier spricht man nur französisch. Auch sind die deutschen Beschreibungen gerade "aus"; ich muss das zu Hause noch mal in Ruhe recherchieren.
 
Zurück oben und dem Mittelpunkt der Erde entronnen strecke ich erst mal meine feuchten Schuhe in die Sonne und atme mal tief durch. Das war wirklich sehr beeindruckend, aber es hat auch Hunger gemacht. Wir essen vor Ort, den die geheiligten Essenszeiten kann man leider nur an touristischen Attraktionen umgehen. Mein Omelette und Andys Pizza ist aber gut und meine neue Freundin (eine alte Hundedame) bekommt ein paar Bröckchen Schinken ab.
 
Von Padirac aus fahren wir nach Conques. Unterwegs hole ich uns in einer sehr edlen Patisserie noch was Süßes zum Kaffee. Der Platz des Tages ist nicht berauschend, ziemlich teuer (€ 24,40), voller Stechmücken und von einer Kindergruppe "verziert". Es ist nicht schön und ich bin echt erst mal genervt. Nach einer untypisch späten Tasse Kaffee und einem leckeren Eclaire sieht die Welt schon wieder anders aus. Passend dazu geht die Kindergruppe zur Nachtwanderung und schlagartig ist Ruhe. Der gemütliche Abend kann beginnen.
 
Sonntag, 01.06.2014
 
Anfang 9.833 KM
Ende 9.993 KM
 
Camping Municipal in Realmont
 
Der dicke Motorradfahrer im Zelt neben uns ist gegen 20:00 Uhr ins "Bett" gegangen und hat angefangen zu schnarchen. Heute Morgen um 08:30 Uhr schnarcht er immer noch. Ich wache auf und befürchte, dass in ganz Frankreich kein einziger Baum mehr steht. Unsere Kindergruppe beginnt den Tag mit einem Kindergottesdienst und der gemeinsame Gesang ist schön. Die Kids brechen zu einer Wanderung auf und uns zieht es hoch nach Conques. Für € 4,00 bekommen wir einen Aufkleber und die Berechtigung unser WoMo zu parken. Im Nachhinein eigentlich Blödsinn, denn wir hätten vom Campingplatz aus hochsteigen können. Conques bei blauem Himmel, Sonnenschein und Wärme: eines der schönsten Dörfer Frankreich und eine wichtige Pilgeretappe auf dem El Camino empfängt uns noch recht leer. Wir können uns ungestört in der Kirche und im Dorf umsehen. Es ist wirklich ein sehr schönes Dörfchen und wir trinken beim Glockengeläut neben der Kirche einen Espresso.
 
Von Conques aus geht es nach Rodez. Es dauert ein bisschen bis wir einen Parkplatz ergattern, aber dann können wir losziehen. Es geht bergauf und plötzlich spüre ich meine Waden. Das sind wohl die Nachwehen vom Auf- und Abstieg in Rocamadour. In der Kirche von Rodez erleben wir eine Taufe. Nachdem die Taufpaten unterschrieben haben gehen wir wieder raus in die Sonne. Inzwischen haben wir 26 Grad und die Sonne strahlt. In der Brasserie auf der Ecke gibt es Livemusik mit einem schrägen Sänger. Wir steigen wieder hinab zum WoMo und fahren weiter gen Albi. Für € 83,00 tanken wir in Camaux voll und suchen ein Restaurant. Ja und wieder ist es zu spät zum Mittagessen und zu früh fürs Abendmenü und somit landen wir bei Mc Donald. Lecker ist anders ...
 
Den Platz des Tages finden wir zwischen Albi und Castres in Realmont. Es ist ein Municipal und er ist fast leer. Wir checken für sage und schreibe € 9,45 ein. Außer uns sind hier noch drei andere WoMo's und zwei Zelte, die Toiletten und Duschen sind einfach, aber sauber und wir sitzen nach getaner Körperpflege in der Abendsonne. Morgen wollen wir ans Mittelmeer.
 
Montag, 02.06.2014
 
Anfang  9.993 KM
Ende 10.221 KM
 
WWW.Camping-beauregard-Plage.com
 
Wir hatten eine wunderbar ruhige Nacht und fahren sehr entspannt trotz grauem Himmel und Kälte los. In Mazamet wollen wir eigentlich nach Carcassonne abbiegen, aber die Strasse über 3,5 Tonnen ist gesperrt und die andere Straße dürfen wir ja nicht. Wir fahren weiter in Richtung Narbonne / Beziers durch die Ausläufer der Pyrenäen. Es ist atemberaubend trotz Hochnebel und Regen. 
 
Am Canal de Midi kurz vor Capestang halten wir bei einem großen Weingut und machen eine Weinprobe. Wir kaufen rot und weiß und für unsere Engel einen Viognet. Der Himmel reißt auf und die Sonne zeigt sich. Es wird wärmer und wärmer. Weiter geht es bis Beziers und wir finden die 9stufige Schleuse, die wir bereits von der wilden Männertruppe kennen. Natürlich gibts ein Foto per SMS gen Holland.
 
Wir wollen jetzt gerne als Meer und so landen wir über die lange Landzunge in Marseillan Plage auf einem vom ADAC empfohlenen Platz für € 17,00. Der Platz ist ungepflegt und laut. Die Umgebung erinnert an Ballermann, aber für ältere Semester. Uns ist klar, dass wir hier nur die Nacht verbringen werden. Das gefällt uns gar nicht. Wir erleben dann doch noch einen sehr schönen Abend: Unsere Nachbarn aus Kiel (seit 01. April unterwegs!) leisten uns Gesellschaft und wir quatschen bis weit nach 23 Uhr im Freien. 
 
Dienstag, 03.06.2014
 
Anfang 10.221 KM
Ende 10.465 KM
 
www.campingduranceluberon.com
 
Nach dem Frühstück ergreifen wir die Flucht vom Seniorenballermannplatz und fahren in Richtung Avignon. Unterwegs legen wir noch einen kurzen Shoppingstop ein. In Beaucaire kurz vor Tarascon essen wir superlecker bei einem richtig tollen Italiener zu Mittag. Ich entscheide mich für das Menü des Tages und bekomme gebratenes Gemüse als Vorspeise, Ossambuco als Hauptspeise und ein leckeres Vanilleeis zum Dessert. Andy futtert Mare: frittierte Köstlichkeiten aus dem Meer.
 
Ganz stolz sind wir, dass wir den von Mama empfohlenen Pont de Gar ohne Probleme finden, denn wir wussten nur, dass er zwischen Nimes und Avignon ist. Aber dann sind wir doch ein wenig entsetzt: man möchte € 18,00 Eintritt zur Besichtigung. Wir verzichten und fahren weiter nach Avignon. In Avignon fahren wir zwei Runden um die komplette Altstadt und zwei Mal unter der berühmten (halben) Brücke durch und geben dann verzweifelt auf. Überall sind Campingcars verboten. Es gibt keinen Parkplatz für uns und im Nachhinein stellen wir fest, dass wir noch nicht mal die zwei Runden hätten drehen dürfen, denn Avignon ist komplett für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Der Holländer, der mit uns die Runden gedreht hat, gibt scheinbar auch auf und so fahren wir weiter in Richtung Aix-en-Provence. Die Landschaft ab Avignon gefällt mir sofort viel mehr als die Gegend zwischen Beziers und Montpellier: Sanfter und aufgeräumter wirkt es hier.
 
Wir fahren ab und betrachten uns einen Campingplatz in den Bergen, der uns aber Beiden nicht so gut gefällt. Wir fahren weiter und landen auf einen Platz, der uns nach dem einchecken Gänsehaut bereitet: Kein Mensch zu sehen, alles vergammelt und dreckig, unheimliche Atmosphäre. Ich denke an das Charlotte Link Buch und bestehe darauf, dass wir sofort wieder aus checken. Andy sammelt unsere € 18,50 wieder ein und wir fahren weiter. Ich hab echt Gänsehaut auf dem Platz gehabt und ich hätte hier kein Auge zu gemacht.
 
Schließlich nehmen wir den Platz Durance in Luberon und hier gefällt es uns sehr viel besser. Für € 23,50 ist der Platz echt okay und wir richten uns ein. Toni und Wulf melden sich per WhatsApp und wir bestätigen unsere morgige Ankunft. Wir planen drei Nächte in Le Lavandou mit hoffentlich viel Sonne und Seele baumeln lassen.
 
Mittwoch, 04.06.2014
 
Anfang 10.465 KM
Ende 10.638 KM
 
www.campdudomaine.com
 
Nach dem Frühstück machen wir uns auf gen Mittelmeer. Unser Weg führt uns an einem langen Wasserkanal entlang der scheinbar der reinen Wasserversorgung dient. In Saint Maximin la Ste Baume füllen wir Lebensmittel auf und tanken für € 78,00 voll. In Brignoles gehen wir auf Spurensuche und ich erkenne vieles wieder. Die engen Gassen schaffen wir gerade so mit dem WoMo. Es ist halt doch ein ganzes Stück größer als ein PKW. Wir finden sogar die Brasserie in der ich damals nach dem Einkaufen mit den Anderen Pastis getrunken habe.
 
Gegen 14 Uhr erreichen wir La Faviere und Toni und Wulf begrüßen uns bereits auf dem Parkplatz. Wir freuen uns riesig die Beiden zu sehen. Glück für uns: In der ersten Reihe direkt am Strand ist bis Samstag ein Platz frei. Die Camper, die dort bis heute Morgen standen mussten früher heim. Die neuen Mieter kommen erst am Samstag. Toni und Wulf haben das Dank ihrer Beziehungen erfahren und so kommen wir in den Genuss dieses ach so begehrten Platzes. So nah standen wir noch nie mit dem Schneckenhaus am Strand. Der Wahnsinn ... Ich checke uns für € 39,00 pro Nacht ein und dann richten wir uns gründlich aus und ein. Für drei Nächte rentiert es sich ja auch. 
 
Um 17 Uhr sind wir bei den Beiden zum Abendessen eingeladen und wir werden mit einem köstlichen Menü verwöhnt. Der Abend klingt mit guten Gesprächen gemütlich aus.
 
Donnerstag, 05.06.2014
 
Heute sind wir erst mal faul: Wir schlafen ein bisschen länger und frühstücken dann mit Blick aufs Meer. Toni und Wulf sind mit Bekannten unterwegs und wir genießen einfach nur den Tag mit lesen und relaxen. Zum Kaffee sind sie wieder da und wir verputzen die Tarte, die Andy und ich noch besorgt haben. Am Abend werden wir mit riesigen Ochsensteaks gefüttert und wir sind so satt wie schon lange nicht mehr.
 
Freitag, 06.06.2014
 
Zu viert laufen wir am Strand entlang nach Le Lavandou. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint, aber es weht ein starker Wind und so spürt man die Hitze überhaupt nicht. Toni fliegt mehrfach das Hütchen vom Kopf und schließlich gibt sie auf. Im Städtchen bummeln wir, kaufen Seife für Johanna und trinken Kaffee. Zurück am Platz fährt Andy mit Wulf zum Shoppen, Toni und ich liegen faul in der Sonne und lesen. Zum Abendessen gibt es Fisch und Gemüse, davor Salat und hinterher Espresso. Das Hotel Wörsdörfer verdient mindestens fünf Sterne !! Wir schlüpfen früh in die Federn, denn morgen müssen wir mit den Hähnen aufstehen: die neuen Mieter unseres Platzes haben ihn ab 10:00 Uhr reserviert.
 
Samstag, 07.06.2014
 
Anfang 10.638 KM
Ende 10.869 KM
 
www.campinglespins.com
 
Wir verabschieden uns von unseren tollen Gastgebern, bezahlen, entsorgen und düsen los entlang der Côte d'Azur. Sehr zu unserem Leidwesen ist St. Tropez für über 3,5 Tonnen total ungeeignet und eine Abstellmöglichkeit ist nicht in Sicht. Entnervt geben wir unser Vorhaben auf und ich bedauere zum zigsten Mal, dass ich nicht in meinem Smart sitze. Die Fahrt direkt an der Küstenstraße entlang ist wunderschön. Wir fahren auch durch Saint Aygulf und vorbei an dem Campingplatz den wir vor zwei Jahren mit Uta und Gerhard hatten. In Cannes kaufen wir ein. Auch in Frankreich ist am Montag Feiertag und daher planen wir vor. 
 
Nun verabschieden wir uns vom Mittelmeer und erklimmen die Berge. In Grass fahren wir verbotenerweise durch eine für Wohnmobile gesperrte Straße und es wird mal ganz schön haarig, aber dann haben wir die Hauptroute, die Rue Napoleon erreicht. Auf ihr fahren wir zur Gorges du Verdon, dem Grand Canyon von Frankreich. Unterwegs donnert uns ein Bienenschwarm wie Hagel auf die Windschutzscheibe und wir brauchen einen Moment um zu verstehen, dass es Bienen waren. Gott sei Dank haben wir gerade die Fenster geschlossen. Die enge Bergstraße schlängelt sich auf über 1.200 Meter hoch und uns kommen ganz viele Rallye Autos entgegen. Sophie wäre hier im Glück.
 
Und dann erreichen wir den Gorges du  Verdon: der tiefen Canyon ist beeindruckend schön. Unten fließt ein grünblauer Fluss und die hohen Felswände türmen sich majestätisch auf. Wir fahren über eine hohe Brücke von der aus verrückte Menschen sich mit Gummiseilen in den Canyon stürzen. Da wird mir schon vom Zusehen schlecht und auch Andy möchte lieber nicht springen. Die Straße zum Lac de Ste-Crox führt uns a gauche, also links des Canyons entlang und wir müssen sehr langsam und umsichtig fahren. So brauchen wir für wenigen Kilometer sehr lang. Müde kommen wir am Lac an und checken uns für € 25,50 für eine Nacht ein. Wieder Glück gehabt: der Platz direkt am See hat tatsächlich nur noch einen Platz frei. Den nehmen wir !! Und jetzt heißt es erst mal duschen, essen und relaxen ....
 
Sonntag, 08.06.2014
 
Anfang 10.869 KM
Ende 11.075 KM
 
Camping Le Champ Long an der Route Napoleon hinter Corps
 
Heute brennt die Sonne: wir haben ruckzuck über 30 Grad. Entlang am Lac fahren wir bis zum Seeeingang des Canyon. Man kann von hier aus mit Tretbooten in den Canyon fahren. Das Wasser hat eine total verrückte Farbe: es ist hellgrünblau und wirkt milchig. Außerdem ist es saukalt. Wir klettern man wieder die Bergstraßen empor. Katrinchen hat scheinbar vergessen, dass sie ein WoMo Navi ist und führt uns eine kleine, steile Straße hoch. Bereits in der ersten Kurve fahren wir uns fest und die Reifen drehen durch. Es nützt nicht. Wir müssen rückwärts runter. Gott sei Dank kommt keiner und wir kommen unbeschadet zurück auf die etwas größere Straße. Rechts und links der Straße sind große Lavendelfelder, die bereits erste blaue Blüten haben. Der Geruch liegt köstlich in der Luft.
 
Die holprige Landstraße ist bei Oraison zu Ende und nun fahren wir wieder bequem parallel zur komplett leeren Autobahn in Richtung Gap. Neben uns sind die Alpen, die hier eine auffallend hohe Baumgrenze haben. Dahinter sind noch schneebedeckte Riesen, die laut meiner Karte über 2.500 Meter hoch sind. Wir sind nun wieder auf der Route Napoleon, die von Cannes bis Grenoble geht. Eine echte hoch und runter Route mit wunderschönen Aussichten. In Chauffayer gönnen wir uns ganz französisch ein Menü. Für 19 € gibt es als Vorspeise einen leckeren Salat mit Linsen, Ei, Tomaten, Schinken und Pilzen. Das Dressing ist superlecker und wird von mir mit Weißbrot komplett vertilgt. Als Hauptspeise haben wir uns für Rindfleisch entschieden und wir bekommen ein zwar dünnes Steak, aber dennoch medium auf einer köstlichen Soße. Als Beilage gibt es Kartoffel Gratin und ein Pilzgemüse. Besonders die Pilze sind so lecker, dass ich davon glatt noch eine Portion essen könnte. Zum Dessert gibt es Creme Caramell, aber das packen wir nur noch zur Hälfte. Pappsatt und müde zahlen wir nach 2 Stunden mit Wein und Cola zusammen € 48,00 und fahren weiter. 
 
Hinter Corps finden wir einen Campingplatz mitten im Wald und beschließen hier zu bleiben. Es ist so ruhig und friedlich, die Vögel zwitschern und wir lassen den Sonntag bei immer noch 32 Grad ausklingen. Ein kleines Mädchen leistet uns Gesellschaft. Sie hat einen Babykater auf dem Platz gefunden und zu Dritt bespassen und füttern wir ihn. Leider können wir uns nicht verständigen, aber das scheint die kleine Französin nicht zu stören. Sie bleibt bei uns bis die Mutter sie nach Hause ruft. Der Kater bleibt derweil bei uns und wir sind sehr froh, dass die Dame von der Rezeption ihn schließlich mitnimmt. Aber er war wirklich zu süß ...
 
Montag, 09.06.2014
 
Anfang 11.075 KM
Ende 11.267 KM
 
Camping de l'Oiselon in Pont D'Ain
 
Schon früh am Morgen sucht die Kleine den Kater. Ich mache ihr klar, dass Madam de Rezeption ihn mitgenommen hat und scheinbar hat sie das verstanden. Nach dem Frühstück machen wir uns auf entlang der Route Napoleon bis Grenoble. Die Straße führt nach wie vor entlang dem. Bergmassiv und ich stelle fest, dass ich nicht gewusst habe wie schön die französischen Alpen sind. Lustig, dass da hoch oben noch immer Schnee liegt und wir hier unten so heiß haben.
 
In Grenoble finden wir sogar die Klinik in der Michael Schumacher wohl im Moment noch liegt (oder auch nicht). Wie bereits gewohnt ist an Parken nicht zu denken und ich beschließe für mich selbst, dass ich nie mehr so ein großes WoMo haben möchte. Aus dem Stadtbummel wird eine Stadtrundfahrt, aber wenigstens haben wir die Festungsanlage und die lustige Seilbahn gesehen. Wie an einer Perlenkette gleiten die runden Kabinen nacheinander den Berg hoch. Das sieht wirklich lustig aus.
 
Man merkt, dass heute Feiertag ist. Ganz Frankreich ist wie ausgestorben, aber dennoch hat unterwegs plötzlich ein SuperU auf. Wir tanken so günstig  wie noch nie (1,265 € pro Liter) und nun ist der Tank für € 77,00 voll. In Voiron gibt es endlich einen Parkplatz: wir halten an und bummeln durch das ausgestorbene Städtchen. Die Kirche Sankt Bruno ist sehr sehenswert und die Kühle angenehm bei der extremen Hitze heute. Das Thermometer zeigt 36 Grad und der Planet brennt.
 
Entlang der noch jungen Rhone fahren wir durch das kleine Rhonetal. Überall baden die Menschen im Fluss. Im klimatisierten Auto merken wir gar nicht wie heiß es da draußen ist. Als wir in Pont D'Ain ankommen sehen wir einen Platz direkt am Fluss und wir beschließen hier zu bleiben. Der Platz kostet € 15,46. Das Aufbauen treibt uns den Schweiß aus allen Poren und wir sind wie erschlagen. Die Markise spendet Schatten und wir sind dankbar um jeden Hauch von Wind. Der Fluss ist hier sehr flach und das Wasser dadurch recht warm. Wir waten über die rutschigen Steine und genießen die kurze, nicht wirklich kühle Erfrischung. Zum Abendessen gibt es nur ganz mediterran Mozzarella, Tomaten, Paprika und Brot. Nach warmem Essen ist uns Beiden heute so gar nicht. 
 
Dienstag, 10.06.2014
 
Anfang 11.267 KM
Ende 11.497 KM
 
Camping Municipal in Selongey (Partnergemeinde von Gundersheim)
 
Nach einer schweißtreibenden Nacht, die wir ausnahmsweise getrennt verbracht haben (Andy hat das Hubbett ausprobiert) fahren wir weiter ins Burgund. Unser erster Halt heute: Louhans zwischen Bourg-en-Bresse und Chalon-s-Saône. In Louhans in der Altstadt gibt es 157 Arkaden, unter denen man gemütlich an den Geschäften vorbei bummeln kann. Es sind nur wenige Geschäfte geöffnet und wir fragen uns, ob hier vielleicht noch ein weiterer Feiertag ist. In der kleinen Boulangerie / Patisserie kaufen wir uns ein leckeres Flute Traditionell und zwei Tarte mit Erdbeeren bzw. Himbeeren. Unsere tägliche kleine Tarte zum Kaffee ist inzwischen WoMo Tradition. 
 
Von Louhans aus fahren wir über Chalon nach Beaune. Mein Daumen drücken hat geholfen: wir parken unser Gefährt ein klitzekleines bisschen illegal hinter den Reisebussen und ziehen los. Beaune ist so schön. Wir bummeln durch die Gassen und besuchen die Kirche. Es ist wirklich schon fast unangenehm heiß und besonders in der Kirche freuen wir uns über die Abkühlung. Aktuelle Temperatur: 38 Grad ... In einer Brasserie essen wir im Schatten Omelett mit Fromage und Salat. Zurück am WoMo beschließen wir noch ein bisschen zu fahren und dann einen Campingplatz zu suchen, der ein schattiges Plätzchen zum Relaxen bietet. Es ist faszinierend wie oft und schnell sich die Landschaft in diesem unendlich scheinenden Land ändert. In Burgund fühlen wir uns wie zu Hause, denn hier sind so viele Weinberge und die Hügel sind irgendwie vertraut. Nur die Weingüter protzen hier mehr: Wunderschöne schlossähnliche Gebäude erheben sich über den Weinbergen.
 
Durch Zufall entdecken wir Selongey und den dortigen Campingplatz Municipal. Am Eingangsschild entdecken wir, dass Selongey die Partnergemeinde von Gundersheim ist. Na wenn das kein Grund ist hier zu übernachten. Als wir auf den kleinen, aber piekfeinen Platz kommen sind wir erst mal komplett alleine. Die Sanitäranlagen sind TOP sauber und der Platz äußerst gepflegt. Das ist wieder so ein Glücksgriff wie der Platz in Realmont. Am Eingang steht unter anderem auch auf Deutsch: "Nimm Platz" und das nehmen wir wörtlich. Etwas später kommt noch ein englisches Paar mit Gespannt und kurz danach noch die obligatorischen Holländer. Mehr werden wir nicht und noch nie hatten wir einen Platz bei dem wir alle Nutzer der Duschen kannten. Die Dame von der Rezeption kommt um 19 Uhr und ich zahle € 14,00 für die Nacht. Für unsere letzte Nacht morgen habe ich uns einen Platz bei Saverne ausgesucht. Der. Urlaub neigt sich leider dem Ende entgegen ...
 
Mittwoch, 11.06.2014
 
Anfang 11.497 KM
Ende 11.795 KM
 
Camping du Plan Incline zwischen dem Fluss Zorn und dem Marne Rheinkanal
 
Heute haben wir verhältnismäßig lange geschlafen. Das muss wohl die Ruhe nach dem gestrigen Gewitter gewesen sein. Bereits bei unserer Abfahrt gegen 10:00 Uhr haben wir schon wieder über 30 Grad. Wir fahren gemütlich teilweise kilometerlang ohne anderen Autos zu begegnen. Aktuell ist die Landschaft von Kornfeldern und Heu geprägt. Auf einem frisch gemähten Feld steht gut sichtbar ein Fuchs und ich freue mich, dass ich zur Abwechslung mal einen lebenden Fuchs sehen darf. Die Kühe liegen schon wieder in Gruppen im Schatten der Bäume und kauen brav vor sich hin. In Langres bewundern wir die alte Festung. Gegenüber auf dem Berg steht eine alte Wehranlage, die wie die kleinen Zitadellen der Linie Maginot aussieht und wohl ein Überbleibsel vom Krieg ist. 
 
Über Val-de-Meuse geht es auf die Wasserroute: wir fahren durch Contrexeville und Vittel und haben somit auf dieser Reise alle uns bekannten Quellen gefunden. An der kleinen Mosel entlang führt uns Katrin kurz vor Nancy auf die Stadtautobahn, die in Richtung Luneville zur N4 wird. Kurz vor Saverne fahren wir am Marne Rheinkanal entlang und es mutet schon lustig  an die Boote wie schwebende Gefährte so hoch zu sehen. Teilweise sieht es aus als würde ein Boot einfach so durch den Wald fahren. Unser letzter Campingplatz für € 17,50 liegt genau zwischen dem Fluss Zorn und dem Kanal. Man sieht von hier aus auch die Boote vorbeifahren. 
 
Wir lüften das Mobil und machen uns erst mal frisch. Weit über 30 Grad und kein Lüftchen geht ... Nachdem wir uns ein wenig erholt haben laufen wir hoch an den Kanal. Entlang dem Kanal geht ein betonierter Weg bis ins nächste Dorf. An Schleuse 18 haben wir riesiges Glück: Nachdem erst zwei kleine Boote die Schleuse durchfahren haben, kommt ein Frachtschiff. Die Schleuse ist 40 Meter lang und 6 Meter breit. Der Frachter ist 39,5 Meter lang und 5,90 Meter breit. Es ist wirklich beeindruckend, wie das Schiff in die Schleuse passt und langsam nach oben gehoben wird. 
 
Zurück am Platz futtern wir unser frisch gekauftes Baguette (das in Frankreich einfach immer und überall besser schmeckt als bei uns) und genießen die endlich aufkommende Kühle. Den letzten Abend lassen wir mit Wein im Schatten der Bäume ausklingen.
 
Donnerstag, 12.06.2014
 
Anfang 11.795 KM
Ende 11.989 KM
 
Zum letzten Mal packen wir unsere Sachen zusammen und bauen ab. Wie immer ist ein bisschen Wehmut dabei, aber ich freue mich jetzt auch auf zu Hause. Unsere Tankanzeige sorgt für Verwirrung: War doch gestern noch der Tank Viertels voll, so zeigt er jetzt Reserve und wir sind mitten in der Pampa. Mit feuchten Händen und Fluchen zuckelt Andy los und meine Laune ist Dank der Flüche erst mal im Keller. Auf den letzten Drücker fahren wir in eine enge und teure Tankstelle und füllen erst mal auf. Sichtlich erleichtert kann Andy jetzt den Heimweg antreten.
 
Unsere Tour de France 2014 ist zu Ende und es war wieder ein wunderschöner Urlaub mit vielen neuen Eindrücken. Dieses Mal haben wir nur positive Erfahrungen in Sachen Franzosen und Hilfsbereitschaft bei der Verständigung gemacht. Auch sind meine eigenen Französischkenntnisse inzwischen so, dass ich uns ohne Probleme auf den Campingplätzen einchecken kann.
 
Besonders beeindruckt hat uns auf dieser Reise Rocamadour, Padirac und der Gorges du Verdon. Die beiden schönsten Plätze waren gleichzeitig die Preiswertesten: Realmont und Selongey (Camping Municipal). Die Tage an der Côte d'Azur mit Toni und Wulf waren herrlich erholsam. Dennoch haben wir beschlossen, dass es uns nicht mehr an die Côte zieht. Als WoMo Fahrer ist man da eh nicht besonders willkommen.
 
Schön war’s – lass uns neue Pläne schmieden und recht bald wieder mit dem Schneckenhaus losziehen !!
 

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